Nachdem alle Gruppenstunden abgehalten worden sind, meinte unser Trainer Sebastian, dass wir reif wären für die praktische Platzreife. Diese besteht darin, dass man an einer Art Turnier teil nimmt und eine bestimmte Anzahl an Punkten erspielen muss.

Doch wie geht das nun genau?

Die praktische Platzreifeprüfung

Bevor ich ins Detail gehe, noch ein kleiner Hinweis von mir. Die folgende Erklärung basiert auf den Erfahrungen im Golfclub Hohenhardter Hof im Jahr 2017. Wie ich gehört habe wurde früher die Platzreife unter anderen Bedingungen erreicht (die in der Regel viel einfacher waren!).

Für die Platzreife meldet man sich im Sekretariat oder über PC-Caddie an. Je nach gebuchtem Kurs muss man für dies  eine Teilnahmegebühr entrichten (oder nicht). Diese Termine werden normalerweise vom Club gestellt – meistens einmal im Monat.

Der Ablauf der Prüfung ist wie bei einem Turnier. Es wird in einem Vier-Flight ein 9-Loch-Platz gespielt und ein „Sheriff“ fährt mit einem Kart zur Kontrolle nebenher die Bahnen ab; er schaut, ob alle Regeln eingehalten werden und steht für Fragen zur Verfügung.

Man bekommt am ersten Abschlag seine Scorecard und übergibt sie dem Mitspieler, der die Schläge zählen und notieren soll. Normalerweise steht der Zähler unten aufgedruckt.

Wie unter Turnierbedingungen muss man sich extrem an die Regeln halten und jeder Schlag zählt! Fliegt der Ball ins Aus, wird auch das entsprechend geahndet.

Oben habe ich geschrieben, dass man eine bestimmte Anzahl an Punkten erspielen muss. Und wie erreicht man nun wieviel Punkte und wieviel muss man sammeln, um die Platzreife zu erhalten?

Es werden 12 Punkte benötigt (man nennt sie auch Stableford-Punkte; wie die je nach Handicap berechnet werden kann man hier nachlesen). Pro Bahn kann man bis zu 5 Punkte erhalten (wenn man richtig gut ist und ein Birdie spielt auch mehr). Braucht man auf einer Par-3-Bahn 3 Schläge, erhält man 5 Punkte. Theoretisch kann man also schon nach 3 gespielten Löchern die Platzreife haben. Da man 9 Bahnen „Zeit“ dafür hat, sollte man mit einem einigermaßen konstanten Spiel, diese Prüfung leicht schaffen. Die 6 besten gespielten Löcher werden gewertet, die anderen kommen als Bonus hinzu.

Das also zur Theorie. Auf dem Platz und real sieht das natürlich ganz anders aus, denn nun kommt es darauf an auch unter Prüfungsbedingungen, gute Leistungen abzurufen. In meinem Flight waren 2 neue Gesichter und Regina aus dem Special, mit der ich bereits viel gespielt hatte. Ein gewisser Wolfgang übernahm die Funktion des Sheriffs und betreute uns. Ihn hatte ich vorher noch nie gesehen.

Es ging also los mit Bahn 1 auf dem 9-Loch Eselspfad – ein Par 3 (wie fast alle Bahnen). Wir waren ca. 12 Personen also 3 Flights und meiner ging zuerst los. Glücklicherweise musste ich nicht zuerst abschlagen. Das übernahm ein anderer sehr motivierter junger Mann. Er schlug den Ball gleich sehr energisch an das rechts aufgestellte Fanggitter. 3 Meter entfernt davon blieb er liegen. Kein guter Start für ihn. Er wollte gleich zum Ball und weiter spielen, doch der Sheriff unterbrach sofort. Nach einander schlugen wir ab und dann kam er wieder dran.

Nach diesem Fehlstart dachte ich mir, OK, viel schlimmer kann es bei mir nicht werden und prügelte entspannt auf den Ball. Tatsächlich wurde es ein gelungener Schlag.

Es waren zwar nicht alle Bahnen perfekt, doch am Ende hatte ich etwa 25 Punkte erspielt und damit die praktische Platzreife bestanden! Tatsächlich hatte ich schon nach 4 Bahnen 12 Punkte gesammelt und konnte ab da ganz gemütlich agieren 😉