Am 29.4. war es soweit. Mein erstes Turnier!

Seit Anfang April bin ich wieder aus Thailand zurück und seitdem habe ich mich auf die Saison-Eröffnung vorbereitet: Das hieß die 9 Bahnen des Eselspfad spielen und trainieren!

Mein Training bestand rückblickend aus dem Annähern zum Grün aus verschiedenen Entfernungen, Putten und natürlich dem langen Spiel (Eisen, Holz und Driver).

In Thailand hatte ich mir oft die Videos von Paul Wilson angeschaut und versucht das Wissen auf mein Spiel zu übertragen. Ihm geht es um den sogenannten „Bodyswing“. Man soll nicht mit den Armen schlagen, sondern mit dem Körper schwingen. Speziell beim Driver ist das extrem hilfreich.

Wer Englisch kann, dem hilft das bestimmt weiter: https://bodyswing.com/

Mir kamen seine Anweisungen sehr entgegen und meine langen Schläge wurden präziser (und etwas länger).

Doch zurück zum Turnier.

Wie gesagt, ich hatte mich mit vielen Stunden auf dem Platz und der Range gut vorbereitet und meine beste Runde mit 41 Schlägen gespielt. Für das Turnier würde mir das zum Anfang völlig reichen. Ich rechnete mit etwa 45 Schlägen wegen der Aufregung und der ungewohnten Turnier-Atmosphäre.

Am 28.4. bekam ich eine SMS mit der Ankündigung wann meine Startzeit ist und mit wem ich spiele. An dem Tag war ich noch in Überlingen wegen des Geburtstages meiner Nichte. Ich wollte den Tag direkt vor dem Turnier lieber ausspannen und mich nicht mit Golf belasten..

Als ich nun die Namen meiner Mitstreiter erfahren hatte, wurde ich neugierig und informierte mich über die PC-Caddie-Software, welche Handicaps sie haben. Schluck! Der Beste hatte ein HCP von 23! Da seh ich mit meiner Platzreife ziemlich alt aus..

Am nächsten Tag war um 10 Uhr meine Tee-Time. Ich fuhr rechtzeitig zum Platz, damit ich in Ruhe meine Scorecard holen konnte und Zeit hatte, noch etwas zu trainieren. Nachdem ich ersteres erledigt hatte, wollte ich mein Bag und Trolley aus dem Kofferraum nehmen und stelle zu meinem Entsetzen fest, dass ich mein Trolley nicht dabei hatte! Für die Fahrt nach Überlingen hatte ich ihn aus dem Auto genommen und vergessen wieder hinein zu tun..

Bis zum Start waren es noch 40 Minuten. Theoretisch könnte ich das Gefährt noch holen, aber dann wäre keine Zeit mehr zum trainieren. Also entschied ich mich, das Bag zu tragen 🙁

10 Minuten vor 10 traf ich am Abschlag 1 ein und begrüßte meine 3 Flightpartner. Mir waren sie alle sehr sympathisch! Um 10 Uhr begannen wir unser Spiel und Alexander (mit dem besten Handicap) schlug den ersten Ball – ins Aus! Da war ich platt. Der hat doch so eine gute Spielvorgabe. Wie kann das denn sein? Nach meiner erster Überraschung stellte ich fest, dass auch die anderen nicht das Grün trafen. Also konnte ich ganz entspannt aufspielen. Schlechter als die wäre ich bestimmt nicht. Und tatsächlich gelangen mir viele gute Schläge. Ich war zwar nicht mit dem ersten auf dem Grün, aber meine Annäherungen klappten alle – sogar aus dem Bunker!

Selbst schwierige Bahnen, wo ich sonst gerne mal ein Double-Bogey machte, absolvierte ich mit einem über Par. Nach dem Abschlag von der 7, ein Dogleg-Links, war ich sogar der mit dem best-positioniersten Ball. Ein Flight-Partner sagte dann, passt auf, der zieht gleich seine Mütze vom Kopf und dann ist es das Tommy Fleetwood! Ein Golfspieler mit genauso langen Haaren wie ich 😉

Selbst auf der letzten Bahn gelang mir ein schöner Abschlag und ich konnte diese sogar mit einem Par abschließen.

Meine Aufregung zu Beginn des Spiels war nach kurzer Zeit komplett verflogen und ich genoss das Zusammenspiel mit den netten Leuten sehr. Am Ende glichen wir unsere Scorecards ab und tranken noch etwas. Meine Mitspieler meinten, ich sollte auf jeden Fall zur Siegerehrung später kommen. Ich hätte mit Sicherheit etwas gewonnen.

Ich konnte mir das zwar nicht vorstellen, da es sicher jemanden gab, der noch besser war als ich. Trotzdem war ich neugierig und besuchte die Veranstaltung. Man traf sich auf der Terrasse bei bestem Wetter! Ein paar Kollegen aus meinem Special waren auch da, so dass ich schnell Anschluss fand.

Bei der Sieger-Ehrung wurde ich dann tatsächlich berücksichtigt. Es war mir gar nicht klar, dass die Mitspieler in Gruppen bzw. Klassen aufgeteilt werden. Und in meiner Klasse war ich dann tatsächlich der beste. Ich gewann einen Golreiseführer und (was viel besser war) mein Handicap stieg auf 36!

So kann es gerne weiter gehen 😉